
Eine herausragende Rolle im Rahmen der dynamischen Balance im komplexen Bedingungsgefüge von Training und Wettkampf wird "Kritischen Situationen" bzw. "Kritischen Ereignissen" zugeschrieben. In ihnen entscheidet sich, ob und wie die individuelle Leistungsentwicklung weiter verläuft, ob die eigentlich vorhandenen Leistungspotentiale mobilisiert und voll ausgeschöpft werden können oder nicht. Systemdynamisch interpretiert handelt es sich bei "Kritischen Situationen" um Perturbationen, kritische Fluktuationen oder Bifurkationspunkte, an denen sich das weitere Systemverhalten entscheidet.



Die zentrale Fragestellung des Projektes besteht in der interdisziplinären Rekonstruktion "Kritischer Situationen" auf der Grundlage des Modells der "Zufriedenheit". Die aufgrund verschiedener qualitativer Forschungsmethoden rekonstruierten Sichtweisen von Trainern und Athleten sollen kommunikativ und explanativ validiert werden, um daraus auf der Struktur- und Prozessebene Interventionen zur Verbesserung der Qualität bzw. Leistungsentwicklung abzuleiten, praktisch umzusetzen und zu evaluieren.
Als zentrales integratives Konzept wird das Konstrukt der "Zufriedenheit" zugrunde gelegt, das sich in verschiedenen Bereichen (Gesundheitsversorgung, Wirtschaft, Informatik) etabliert hat. Von diesem Konzept versprechen sich die Bearbeiter eine Integration von bisher eher isoliert erforschten Facetten des Problems.